Maschinelle Übersetzung

Maschinelle Übersetzung ( oder MT für engl. „machine translation“) bezeichnet die Übersetzung eines Textes aus der Ausgangs- (in der MÜ auch Quellsprache genannt) in die Zielsprache mit Hilfe eines Computerprogramms. MÜ ist ein Beispiel für künstliche Intelligenz im Computerzeitalter.

Während von Menschen erstellte Übersetzungen Teil der Angewandten Linguistik sind, ist MÜ in den Bereichen Informationstechnologie und Computerlinguistik angesiedelt. MÜ-Programme wurden sogar schon für die ersten computerähnlichen Maschinen in den 1940er-Jahren geschrieben.

Traum der Menschheit

Einer der ältesten Träume der Menschheit ist es, eine Sprache zu verstehen, ohne sie je vorher gelernt zu haben (vgl. Turmbau zu Babel, J. Bechers numerische „Interlingua“, Babel Fish, Pfingsten, Sciencefiction-Geschichten). Die Erfindung des Computers vereint mit dem Phänomen „Sprache“ als wissenschaftliche Disziplin hat zum ersten Mal konkrete Möglichkeiten geboten, um diesen Traum zu erfüllen.

Geschichte

Bis zu diesem Tag haben militärische Interessen die Entwicklung der MÜ entscheidend geprägt. Eines der ersten Projekte war ein Russisch-Englisches Übersetzungsprogramm für das US-Militär. Trotz seiner schlechten, laienhaften Qualität fand das Programm großen Anklang im US-Militär, das zum ersten Mal einen Eindruck vom Inhalt russischer Dokumente gewann, ohne einen Mittler einzusetzen (Dolmetscher und Übersetzer).

Der ALPAC-Bericht, der 1966 für das amerikanische Verteidigungsministerium erstellt wurde, bescheinigte die Unrealisierbarkeit der MÜ und brachte so mit einem Schlag die Forschung für 20 Jahre fast komplett zum Stillstand. Erst in den 80er-Jahren begannen Elektrokonzerne wie die Siemens AG („Metal“-Projekt) wieder mit den Arbeiten an der MÜ. Zur gleichen Zeit startete die japanische Regierung das „Fünfte-Generation-Projekt“, bei dem die MÜ vom Englischen ins Japanische zunächst auf der Grundlage der Programmiersprache „Prolog“ arbeitete. Die enge Zusammenarbeit von Universitäten, Elektrokonzernen und Regierung führte zu den weltweit ersten kommerziellen MÜ-Programmen für PC und beförderte Japan damit weltweit an die Spitze der MÜ-Forschung. In den 90er-Jahren wurde in Deutschland das Leitprojekt „Verbmobil“, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, ins Leben gerufen. Sein Ziel war es, den gesprochenen Dialog in die Sprachpaare Deutsch-Englisch und Deutsch-Japanisch zu übertragen. Das Verbmobil-System sollte Spontansprache erkennen, den Eintrag analysieren, in eine Fremdsprache übersetzen, dann einen Satz bilden und ihn laut aussprechen.

Der „Dotcom Crash“, eine schwerwiegende Aktienmarkt-Krise in den Jahren 2000 und 2001, trieb viele kleine MÜ-Unternehmen in den Ruin. Heutzutage sind in der MÜ-Softwareindustrie nur noch ungefähr 10 bis 20 Firmen aktiv (viele Programme sind lizenziert, um so ihren Einsatz und etwaige Abwandlungen zu kontrollieren), was bedeutet, dass die MÜ-Forschung zum größten Teil an Universitäten stattfindet.

Derzeit machen MÜ-Anwendungen nur 1% des Gesamtertrages auf dem Übersetzungsmarkt aus.

Jedoch gibt es mehrere Gründe, die die Nachfrage nach MÜ-Anwendungen steigen lassen:

Übersetzungsmethoden

Alle MÜ-Systeme benutzen bilinguale Wörterbücher und haben mindestens Module für die grammatischen Grundregeln. Trotzdem unterscheiden sich die individuellen Methoden beträchtlich.

Die wichtigsten MÜ-Methoden sind:

In der Praxis sind die meisten Systeme eine Mischung aus mehreren Methoden (dominierend sind hierbei Transfersysteme mit „Interlingua“- und EBMT-Elementen).

MAHT (Machine-Aided Human Translation, computergestützte Übersetzung) bedeutet, dass der Mensch übersetzt und der Computer währenddessen automatisch die Terminologie durch Nachschlagen im Wörterbuch prüft (automatic dictionary look-up) sowie die Übersetzung mit früheren Übersetzungen vergleicht (Übersetzungsspeicher). Die MAHT gilt nicht als maschinelle Übersetzung.

Qualität

Ergebnisse der MÜ-Programme sind oft unfreiwillig komisch. Der Effekt ist leicht festzustellen: Nehmen Sie einfach irgendeinen Text und geben Sie ihn in ein kostenloses Übersetzungsprogramm ein, um ihn in Ihre Muttersprache übersetzen zu lassen.

Wie kann man die Qualität einer MÜ evaluieren?

Anstatt sich des intuitiven und nicht überzeugenden Eindrucks „diese Übersetzung ist entsetzlich“ zu bedienen, benutzen MÜ-Forscher Skalen zur Evaluierung der Übersetzungsqualität. MÜ-Übersetzungen werden pro Satz evaluiert; die normierte Gesamtheit der Sätze ist die Qualität des ganzen Textes. In den meisten Fällen wird die Evaluation von einem Muttersprachler der Zielsprache vorgenommen und in Form eines Index ausgedrückt. In Japan wird oft eine 5-Punkte-Skala benutzt:

Für lange Übersetzungen benutzen MÜ-Forscher auch automatische Evaluations-Algorithmen wie den BLEU-Score, der sich auch auf zugrundeliegende menschliche Urteilskraft stützt.

Zu hohe Erwartungen?

Ein anderes Problem bezüglich der MÜ sind möglicherweise die zu hohen Erwartungen an sie. Folglich erscheinen die momentanen Verbesserungen in der MÜ-Forschung als ungenügend. Eine der Bedingungen für eine funktionierende MÜ ist, dass der Ausgangstext verständlich ist und dass auch Menschen eine vollständig detailgetreue Übersetzung davon erstellen könnten. Wie kann von einem Computer erwartet werden, dass er Sprache, die von einem anderen Menschen nicht verstanden wird, versteht und dann auch übersetzt? Die meisten Linguisten nehmen an, dass das komplette Verstehen von Sprache ein vollständiges Begreifen von menschlicher Intelligenz voraussetzt. Einige sind auch der Meinung, dass ein perfektes MÜ-System die Prozesse des menschlichen Intellekts simulieren sollte. Wie oben erwähnt, ist einer der Vorteile von SBMT, dass dieses Problem umgangen wird, weil theoretisch auch bislang ungeklärte Regeln abgeleitet werden können.

Praktische Probleme

Für die oft ungenügende Qualität der MÜ gibt es auch handfeste und teilweise behebbare Ursachen:

Testergebnisse

Übersetzungen

Produkte

Expressservice

Anfrage & Preise

Referenzen

Kurz & knapp

Softwarelokalisierung

Terminologielisten

Kontaktformular


Service

Dolmetscherservice

Presseverteiler

Ohne Worte

Sprachen

Liste Amtssprachen

Länderinformationen

Zeitzonen

Sprachencode n. ISO

Soziale Projekte

Pressemitteilungen

 

 

Übersetzersuche Sprachenplan

Über uns Bewerbungen Investor Relations Nachrichten Impressum Agb’s Kontakt FAQs

deutsch français italiano español english polski pyccкий brasil 中文 malti