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Aymara

Das Aymara (auch Aimara) gehört zusammen mit dem Quechua und dem Guaraní zu den heute am meisten gesprochenen indigenen Sprachen Südamerikas.

Aymara wird heute von etwa 2.200.000 Menschen gesprochen, die zum Volke der Aymara gehören. Die Mehrzahl der Sprecher lebt auf dem Altiplano in den bolivianischen Departamentos La Paz und Oruro sowie in den peruanischen Regionen Puno, Moquegua und Tacna. Daneben gibt es weitere Sprecher in anderen Teilen Boliviens und Perus sowie im Norden Chiles.

Die Aymara sind schon länger ein beliebtes Studienobjekt für Linguisten und Ethnologen, weil sich ihre Sprache offenbar besonders für die Bildung abstrakter Konzepte eignet und eine unerschöpfliche Quelle sprachlicher Neubildungen darstellt.
Für das Konzept der Vergangenheit verwenden die Aymara jedenfalls den Wortstamm "nayra", der auch in Wörtern wie "Auge", "vorne" und "Anblick" vorkommt. Zukünftiges wird mit "qhipa", dem Grundwort für "hinten" bzw. "zurückliegend" ausgedrückt. Der Ausdruck "nayra mara", der "letztes Jahr" bedeutet, hie ße demzufolge wörtlich übersetzt: "vorderes Jahr".

Das allein beweist jedoch noch nicht, dass Zeitlichkeit im lebensweltlichen Kontext der Aymara tatsächlich - aus unserer Perspektive - "verkehrt" liegt. Denn auch in europäischen Sprachen gibt es Formulierungen, die den Zusammenhang "Zukünftiges liegt vorne" mitunter durchbrechen. Etwa bei dem Satz: "Das Treffen wurde vorverlegt", der meist so verstanden wird, dass das Treffen näher ückt wurde.
Das Aymara unterteilt sich in drei Hauptdialekte. Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Sprachen wie dem Quechua sind die Dialektunterschiede innerhalb des Aymara relativ gering.


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