Das Kaschubische ist eine westslawische Sprache, die in der Gegend westlich und südlich von Danzig nach Schätzungen von etwa 150.000 Menschen beherrscht, jedoch nur von etwa 50.000 als Alltagssprache verwendet wird.
Die Kaschuben sind ein slawischer Volksstamm.
Sie sind Nachkommen der einst in ganz Pommern siedelnden Pomoranen (= ‚Die am Meer wohnen’) und waren etwa im Gebiet zwischen Oder und Weichsel sesshaft.
Erst das 19. Jahrhundert brachte mit der Xazeczka dlo Kaszebov von Florian Cejnowa (1817-1881) für das Kaschubische eine eigene Literatur, wenn auch in bescheidenem Umfang.
Da Kaschubisch außer der genannten Verschriftlichung keine tief greifende Standardisierung erlebte, wird Kaschubisch oftmals auch als ein Ast der pommerschen Dialekte oder des Polnischen gesehen, was sich aktuell in dem Status als nicht nationale oder ethnische Minderheit Polens zeigt.
Das Kaschubische wird im Endangered Languages of Europe Report als ernsthaft vom Aussterben bedroht („Seriously Endangered“) eingestuft.
Kaschubisch stand jahrhundertlang im Sprachkontakt mit dem Polnischen.
Dennoch unterscheidet sich das gesprochene Kaschubisch eindeutig von den inländischen polnischen Dialekten und vom Standardpolnischen.
Hauptunterschiede lassen sich in der Phonetik, im Vokabular und in der Wortbildung finden.
Das verschriftlicht literarische Kaschubisch ist allerdings dem Standardpolischen durch Lehnwörter und Ähnlichkeiten in der Syntax sehr nah. Insgesamt werden 50 dialektale Varianten des Kaschubischen unterschieden.
Die wichtigsten Unterschiede zum Polnischen sind Substratelemente aus dem Altpreußischen, ein größerer Anteil an deutschen Lehnwörtern (ca. 5 %), Vokalausfälle in unbetonten Silben sowie andere Betonungsregeln:
Im Süden betont das Kaschubische auf der ersten Silbe, im Norden ist die Betonung beweglich.
Ebenso kennzeichnend für das Kaschubische ist die Vertauschung benachbarter Laute (gegenüber dem Altslawischen bzw. Polnischen):
So steht das kaschubische Wort gard (befestigte Siedlung) der polnischen Vokabel gród gegenüber.
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