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Was macht einen guten Übersetzer aus?

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Bei einer wirklich guten Übersetzung werden Sie den Eindruck haben, dass Sie einen Originaltext lesen. Wenn das der von einer Übersetzung erwartete Maßstab ist, können die folgenden Leitlinien eine Hilfe sein.

Der Übersetzer, den Sie erwägen zu beauftragen, muss nicht nur Fremdsprachen ausgezeichnet beherrschen, sondern auch mit der Kultur und Geschichte des Zielsprachenlandes gründlich vertraut sein.
Außerdem muss er ein verlässliches Sprachgefühl für die typischen Kommunikationsformen haben.

Wenn Sie eine gute Übersetzung wollen, reicht es nicht, einen Übersetzer zu beauftragen, der nur linguistisch kompetent ist. Der Übersetzer muss ebenso ein hohes Maß an Allgemeinbildung haben, Leistungsfähigkeit im Umgang mit seiner Muttersprache und der Fremdsprache aufweisen, Wissen über die kulturellen Besonderheiten anderer Länder und fundiertes Fachwissen besitzen sowie die Fähigkeit, technische Texte so zu übersetzen, dass sie von der vorgesehenen Zielgruppe verstanden werden.

Sollen typische Übersetzungsprobleme vermieden werden, ist auch methodisches Wissen unentbehrlich.
Die folgenden Kriterien stellen für den Kunden eine Grundlage dar, auf der er die Qualität einer Übersetzerarbeit bewerten kann:

 

  1. Der Übersetzer sollte an einer Universität oder Technischen Hochschule (in Bayern an einer Fachakademie oder Berufsakademie) mit Spezialisierung in einer Vielzahl von Fachgebieten studiert haben. In der Regel haben in Deutschland ansässige (akademisch) geprüfte Übersetzer eine staatliche Prüfung in einem von zehn Bundesländern abgelegt. Manche Studiengänge bieten eine allgemeine Ausbildung, andere ermöglichen den Studenten eine frühe Spezialisierung. Zum Beispiel hat die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf den Studiengang „Literaturübersetzen“, während die Fachhochschule Flensburg den Studiengang „Internationale Fachkommunikation“ anbietet.
    Manchmal werden „Sprachenstudiengänge” und solche der Informations- und Kommunikationstechnologie von Instituten angeboten, die sich eigens diesen Fachbereichen gewidmet haben. Das Sprachen & Dolmetscher Institut München ist solch eins und hat sich vor langem einen Namen gemacht. Von dieser Art Berufsakademie gibt es noch vier weitere in Bayern. (Eine Liste der betreffenden Institute und Universitäten befindet sich im Anhang.)

    Anmerkung: „Übersetzer” ist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Sogar die Bezeichnungen „beeidigter Übersetzer“ oder „ermächtigter Übersetzer“ sprechen nicht unbedingt für Qualität, sondern geben nur den juristischen Status an.
    Die folgenden Qualifikationen sind gesetzlich geschützte Berufsbezeichnungen: Diplom-Dolmetscher, Diplom-Übersetzer, Diplom-Fachübersetzer und Diplom-Technikübersetzer.

  2. Der Übersetzer muss fähig sein, mit elektronischen Hilfsmitteln wie Terminologiedatenbankverwaltung, Desktop Publishing-Programmen und Translation-Memory-Systemen umzugehen, und muss diese Mittel zu seiner Verfügung haben.

  3. Neben seinen linguistischen Fähigkeiten sollte der Übersetzer praktische Erfahrung in dem Fachgebiet aufweisen, für das er seine Übersetzungsdienste anbietet. Auf diese Weise kann er sich eines tiefgehenden Verständnisses vom Sachgebiet, mit dem er sich beschäftigt, sicher sein. Einige Übersetzer spezialisieren sich auf ein technisches Fachgebiet, andere auf Medizin, Recht oder Marketing und viele Übersetzer spezialisieren sich sogar auf zwei oder drei verschiedene Fachgebiete.
    Auf jeden Fall sollten Sie auf der Hut sein, wenn Sie einen Übersetzer finden, der damit wirbt auf allen Fachgebieten spezialisiert zu sein.

  4. Ein weiteres Qualitätszeichen ist das Zeitmanagement des Übersetzers während seiner Übersetzungsarbeit.
    Ein Übersetzer kann etwa 1.200 bis 1.500 Wörter täglich oder zwischen 150 und 185 Normzeilen¹ bewältigen – manchmal mehr, wenn es sich um sehr einfache und überschaubare Texte handelt, die keine große Recherchearbeit verlangen. Hier und da gibt es Übersetzer, die bis zu 2.000 Wörter täglich schaffen können, aber das bedeutet meist zwangsläufig viele Überstunden. Bei komplizierten Texten, die sorgfältig bearbeitet werden müssen, kann die tägliche Anzahl der Wörter unter der 1.200er-Marke liegen.

    Bei einem Übersetzer, der eine Leistung anbietet, die stark über die genannten Orientierungspunkte hinausgeht, kann kaum mit einer guten Qualität oder einer Übersetzung, die den Erwartungen des Kunden entspricht, gerechnet werden.

  5. Der Übersetzer sollte dem zukünftigen Kunden die Möglichkeit anbieten, eine Musterübersetzung anzufertigen (entweder kostenlos oder zu einem geringen Entgelt) und er sollte bereit sein, Referenzen vorzuzeigen. Wenn Referenzen angeboten werden, ist es wichtig, zwischen einer pauschalen Referenz oder Aussage vom Unternehmen als Ganzem und einer Referenz im Namen einer bestimmten Person, die für das Unternehmen arbeitet, zu unterscheiden.

    Im Zweifelsfall zählen nur Referenzen mit einer persönlichen Stellungnahme.

  6. Mündliche Empfehlungen von anderen Institutionen oder Kunden sind auch ein Faktor, der berücksichtigt werden sollte.

  7. Zu guter Letzt sollte der Übersetzer zeigen können, dass er einige Jahre Berufserfahrung hinter sich hat.

¹Auf dem europäischen Festland besteht die Normzeile für Übersetzungen aus 55 Zeichen.