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Preisanalyse: Kann die Qualität einer Übersetzung berechnet werden?

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Diese Frage ist nicht sehr leicht zu beantworten, da viele Faktoren berücksichtigt werden müssen.
Es ist vielleicht angebracht, an dieser Stelle ein Beispiel eines Übersetzers zu nehmen, der seinen Lebensunterhalt in Deutschland verdient, um eine Vorstellung von den Statistiken zu bekommen.

Ein Übersetzer kann täglich ungefähr 1.200 bis 1.500 Wörter oder 150 bis 185 Normzeilen bewältigen.

Angenommen er hat durchschnittlich 20 Arbeitstage im Monat für Erwerbstätigkeit
und einen Durchschnittswert von 167 Normzeilen täglich (in den 20 Tagen), dann wird er insgesamt 3340 Zeilen im Monat erstellen.

Die folgende Liste (mit unterschiedlichen Preisen pro Zeile) soll bei der Ermittlung des Gesamteinkommens vom Beispiel- Übersetzer helfen:

Ein Preis pro Zeile von erzielt ein monatliches Einkommen von
- € 0,50 € 1670 brutto/ € 1420 netto*
- € 0,60 € 2004 brutto/ € 1654 netto*
- € 0,70 € 2338 brutto/ € 1882 netto*
- € 0,80 € 2672 brutto/ € 2104 netto*
- € 0,90 € 3006 brutto/ € 2319 netto*
- € 1,00 € 3340 brutto/ € 2528 netto*
- € 1,10 € 3674 brutto/ € 2730 netto*
- € 1,20 € 4008 brutto/ € 2926 netto*

*Anmerkung: Einkommenssteuer und Solidaritätszuschlag wurden vom Bruttobetrag abgezogen (Stand von 2006).

Die Zeilenpreise oben enthalten die benötigte Zeit für Korrekturlesen, Rechnungserstellung, Datenübertragung, Glossarerstellung usw.
Die Höhe des monatlichen Einkommens geht von Vollbeschäftigung ohne Unterbrechungen oder Einkommensverluste aus, die durch zeitweisen Rückgang der Nachfrage entstehen k önnen.

Urlaub und Krankheitstage wurden nicht berücksichtigt.
Auch die Kosten für Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für finanziellen Verlust, Privatversicherung, Altersvorsorge, Neuerwerbungen, Hardware und Software, Gemeinkosten etc. sind nicht mit inbegriffen.
Jetzt stellt sich die Frage: Mit welchem Honorar an einen Übersetzer kann der Kunde rechnen? Ein Übersetzer, der die erforderlichen Qualifikationen wie folgt hat:

- einen B.A.- oder M.A.-Abschluss von einer Universität oder einer technischen Hochschule
- zusätzlich zu seinen linguistischen Qualifikationen Vertrautheit mit und Erfahrung in dem Fachgebiet, in dem er arbeitet

 

Und der ein Büro hat, das mit aller für die Arbeit notwendigen Hardware und Software ausgestattet ist:

- z.B. Verwaltung für Terminologiedatenbanken, Translation-Memory-Systeme und Desktop Publishing-Programme.

 

Die Frage ist relativ einfach zu beantworten: mit einem Honorar, das der Übersetzer für seine geleistete Arbeit und seine Qualifikationen als angemessen betrachtet.

Wenn der Kunde eine Übersetzung aus der „Schnäppchen-Abteilung“ will, kann er schon im Voraus mit einer minderwertigen Qualität rechnen. In zweifelhaften Fällen hat ein „Schnäppchen-Anbieter” nicht einmal eine angemessene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung und wird somit nicht in der Lage sein, die horrende Rechnung für Folgeschäden zu begleichen, falls solch eine Situation eintreten sollte.

Wenn der Kunde sich für seine Übersetzung im „gehobenen Bereich“ umsieht und mit dem Übersetzer arbeiten möchte, der die besten Qualifikationen und eine Versicherung mit sicherer Deckung hat, muss er einen darauf angepassten Zeilenpreis erwarten.

Hochqualifizierte Übersetzer, die Jahre investiert haben, um so weit zu kommen, haben die Möglichkeit – auf Basis der damit verbundenen langen Studienzeit – wie Übersetzer mit begrenzten Qualifikationen oder Erfahrungen von Refinanzierungsplänen im kleinen Umfang Gebrauch zu machen.

Jeder zukünftige Kunde sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass Qualität und Zuverlässigkeit ihren Preis haben.

Wenn es darauf ankommt, sind günstige Übersetzungen nur in der Anfangsphase günstig, denn geht etwas schief, kann sich die Kostenspirale immer weiter nach oben drehen. Das ist ein Risiko, das jeder potentielle Kunde sich vor Augen halten sollte.