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Terminologiedatenbanken

Andere Länder, andere Sitten
Diesen Ausspruch kennt wohl jeder. Denn jedes Land, teilweise sogar jede Region innerhalb eines Staates, hat eine eigene Kultur. Für Organisationen gilt dieses Konzept nicht weniger. Die Kultur eines Unternehmens scheint auf den ersten Blick jedoch so wenig greifbar wie die eines Landes, doch es lohnt sich, sie sich bewusst zu machen – und damit konkret und lenkbar.

Corporate Language ist neudeutsch eins der Schlüsselwörter. Darunter fallen nicht nur Übersetzungen, die sich während der Internationalisierung des Unternehmens eingebürgert haben. Auch die in der internen und externen Kommunikation verwendeten Ausdrücke, grammatikalische Stile und Feinheiten der Schreibweise können in einer Terminologiedatenbank wie z.B. MultiTerm zusammengefasst werden. Einmal festgehalten, können sie so erweitert und gepflegt werden und die ganze Organisation oder Teile von ihr können sie verbindlich verwenden.

Eine gute Terminologiedatenbank erfüllt dabei die folgenden Zwecke:

  -   Sie ist eine Terminologiequelle für Dokumente, Schriftverkehr und Werbung
  -   Sie enthält die Definition und Erklärung der Einsatzgebiete eines Begriffs
  -   Sie ist eine zentral verwaltete Datenbank
  -   Eine gepflegte Firmenterminologie ermöglicht die schnelle Einarbeitung externer Mitarbeiter und Dienstleister (z.B. Redakteure oder Übersetzer)
  -   Sie sorgt für Kontinuität und Nachhaltigkeit der firmeneigenen Sprechweise über Personalwechsel hinweg

 

Dabei muss bei Weitem nicht jedes jemals verwendete Wort festgehalten werden. Normalsprachliche Begriffe gehören ebenso wenig hinein wie unklare, von anderen Ausdrücken schlecht abgegrenzte Wortschöpfungen. Unbedingt in die Terminologiedatenbank gehören dagegen Schreibkonventionen, spezifisches Fachvokabular, unerwünschte Ausdrücke (zwecks ihrer Vermeidung) sowie wichtige Abkürzungen und Akronyme.

Aufbau einer Terminologiedatenbank
Eine professionell gepflegte Terminologiedatenbank hält darüber hinaus auch fest, wie, wo und wann ein Begriff intern entstanden ist, wer ihn geprägt hat und in welchem Kontext er verwendet wird. Eine computergestützte Umsetzung des Projekts ermöglicht weiterhin die unproblematische Pflege und Verbreitung der Terminologie. Darüber hinaus ermöglicht sie die einfache Einarbeitung in bereits geschriebene Dokumente.

Die Dokumentierung eines bereits bestehenden Wortschatzes, der noch nicht strukturiert erfasst wurde, erfolgt am besten schrittweise. Eine solche Herangehensweise verhindert, dass da Projekt zu einer unüberschaubaren Aufgabe heranwächst und integriert sie von Anfang an als kontinuierliche, regelmäßige Arbeit in den täglichen Betriebsablauf.

Dabei sollten vorher einige wichtige Fragen geklärt werden:

  -   Welche Arten von Begriffen sollen in die Terminologieliste aufgenommen werden?
  -   Gibt es bereits Glossare und ähnliche Dokumente, die in Teilen des Unternehmens erstellt wurden? Können diese Listen eventuell als Vorlage verwendet werden?
  -   Wer sorgt für Einheitlichkeit, falls es mehrere Begriffe für das selbe Konzept oder den selben Vorgang gibt?
  -   Bei wem laufen die Fäden zusammen? Wer pflegt das Projekt und hat im Zweifelsfall die Entscheidungsgewalt?
  -   Gibt es firmenweite IT-Systeme, in die das Glossar integriert werden muss?

 

Je früher diese Fragen bei der Erstellung einer Terminologiedatenbank gestellt und beantwortet werden, desto leichter – und damit günstiger – wird die Umsetzung.

Die Entscheidung über Eigenfertigung oder Kauf
Schließlich gilt es noch zu entscheiden, ob man den Aufwand eines solchen Projekts selbst, also intern, schultern kann und will, oder ob man besser einen externen Spezialisten damit beauftragt. Beides hat Vor- und Nachteile. Ist es sinnvoll, Ihre Mitarbeiter von ihren normalen Aufgaben abzuziehen, damit sie an der Erstellung und Strukturierung von Begriffsdatenbanken arbeiten? Benötigen Sie eventuell neue Software, mit der sich im Haus aber niemand auskennt? Diese Fragen können nur Sie beantworten.